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Beichtspiegel für Erwachsene

Michael Porwol · Zuletzt geprüft: 2026-08-27 · Lesezeit 4 Min.

Kurz gesagt

Ein Beichtspiegel ist eine geordnete Fragenreihe, die vor der Beichte beim Erinnern hilft – meist entlang der Zehn Gebote oder der drei Beziehungen zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Er ist ein Spiegel, kein Gesetzbuch: Er zeigt, was ist, und stuft nichts ein. Nimm ihn ruhig zur Hand, geh langsam durch, und lass liegen, was dich nicht betrifft.

Was ein Beichtspiegel ist – und was nicht

Ein Beichtspiegel ist eine Erinnerungshilfe. Er stellt Fragen, damit im ruhigen Durchgehen wieder auftaucht, was im Alltag untergegangen ist. Mehr will er nicht.

Was er nicht ist:

Halte am Anfang kurz inne und bitte um Licht (KKK 1454). Ohne diesen Satz wird das Durchgehen eine Selbstbefragung, und die trifft selten.


Der erste Bereich: Gott

Erstes bis drittes Gebot

Der zweite Bereich: Die Menschen um mich

Viertes bis zehntes Gebot

Familie und Nächste

Leben und Leib

Liebe und Treue

Besitz und Arbeit

Wahrheit

Begehren

Der dritte Bereich: Ich selbst


Nach dem Durchgehen

Drei Dinge, in dieser Reihenfolge:

  1. Reue. Nicht das Gefühl entscheidet, sondern der Wille: Es tut mir leid, und ich will es nicht mehr. Vollkommene Reue kommt aus der Liebe zu Gott, unvollkommene aus der Furcht – beide reichen für die Beichte (KKK 1451–1453).
  2. Vorsatz. Einer. Klein und überprüfbar.
  3. Hingehen. Der Rest geschieht im Sakrament, nicht am Schreibtisch. Wie das konkret abläuft, steht auf der Seite Beichte vorbereiten.

Und dann: aufhören. Wer nach der Beichte weitersucht, hat den Spiegel nicht mehr in der Hand, sondern der Spiegel ihn.

Häufige Fragen

Wie benutzt man einen Beichtspiegel richtig?

Langsam und einmal ganz durch, mit Stift oder ohne. Bleib stehen, wo es dich berührt, und geh weiter, wo es dich nicht betrifft. Der Spiegel soll erinnern, nicht durchsucht werden, bis sich etwas findet.

Muss ich zu jedem Gebot etwas finden?

Nein. Ein Beichtspiegel, bei dem man zu jedem Punkt etwas findet, ist falsch benutzt worden. Er fragt breit, damit nichts vergessen wird – nicht, damit überall etwas steht.

Woher weiß ich, ob etwas schwer wiegt?

Der Katechismus nennt drei Bedingungen, die zusammenkommen müssen: schwere Materie, volle Erkenntnis und freie Zustimmung (KKK 1857). Fehlt eine, wiegt es anders. Wenn du unsicher bist, sag es dem Priester genau so – das ist der übliche und richtige Weg.

Was, wenn ich etwas vergesse?

Was dir nach ehrlicher Prüfung nicht einfällt, ist mit der Lossprechung mitvergeben (KKK 1456). Fällt es dir später ein, nimmst du es beim nächsten Mal mit. Es ist kein Grund zur Unruhe.

Gibt es den Beichtspiegel als PDF?

Diese Seite ist bewusst kein PDF, sondern lesbar auf dem Telefon – dort, wo man in der Kirchenbank ohnehin ist. Bistümer und Orden bieten daneben viele gedruckte Fassungen an; nimm die, die dir liegt.

Quellen

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