Bevor du gehst
Drei Dinge, mehr braucht es nicht: Gewissenserforschung, Reue, Vorsatz. Zwanzig ruhige Minuten reichen dafür. Ausführlich steht das auf der Seite Beichte vorbereiten; ein geordneter Fragenweg auf der Seite Beichtspiegel.
Was du nicht brauchst: eine vollständige Liste, druckreife Formulierungen, ein bestimmtes Gefühl. Und du musst dein Leben nicht vorher in Ordnung bringen — dafür gehst du ja hin.
Wo und wann
- Beichtzeiten der Pfarrei. Stehen im Pfarrblatt und auf der Website, meist samstags oder eine halbe Stunde vor der Sonntagsmesse.
- Termin vereinbaren. Der bessere Weg, wenn du lange nicht da warst oder etwas Schweres mitbringst. Ein Anruf im Pfarrbüro genügt: „Ich würde gern beichten, haben Sie einen Termin?"
- Wallfahrtsorte und Klosterkirchen. Dort sitzt meist über den Tag jemand im Beichtstuhl, und niemand kennt dich. Für viele ist das der leichtere erste Schritt.
- Einen anderen Priester wählen ist ausdrücklich erlaubt. Du bist an deinen Pfarrer nicht gebunden.
Der Ablauf
- Du kommst herein. Beichtstuhl oder Beichtzimmer. Wo beides angeboten wird, darfst du wählen.
- Kreuzzeichen. „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
- Eröffnung. „Meine letzte Beichte war vor …" — dann: „Ich bekenne …"
- Bekenntnis. Du nennst, was du nennen willst. Ohne Ausschmückung, ohne die Geschichte der anderen Beteiligten.
- Der Priester antwortet. Manchmal fragt er nach, manchmal gibt er einen Rat, manchmal sagt er nur einen Satz.
- Buße. Ein Gebet oder ein Werk. Sie soll heilen, nicht strafen.
- Reueakt. Frei oder mit einem festen Text. Ablesen ist erlaubt.
- Lossprechung. „Ich spreche dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." — „Amen."
- Entlassung. Meist: „Gehe hin in Frieden." — „Dank sei Gott."
Dann verrichtest du die Buße, am besten gleich.
Wenn es Jahre her ist
Der häufigste Fall — und der, den Priester am liebsten haben. Was hilft:
Sag es als Erstes. „Ich war zwölf Jahre nicht mehr hier und weiß nicht mehr, wie das geht." Damit ist alles gesagt, was er wissen muss. Er führt dich dann.
Vereinbare einen Termin. Zwanzig Minuten vor der Messe sind für eine Beichte nach zwölf Jahren zu wenig.
Nimm nicht alles mit. Fang mit dem an, was dich seit Jahren nicht loslässt. Der Rest darf im Gespräch auftauchen oder beim nächsten Mal.
Und wenn du unsicher bist, ob etwas schwer wiegt: Sag genau das. „Ich weiß nicht, wie ernst das ist" ist ein guter Satz und kein Ausweichen. Der Katechismus nennt drei Bedingungen, die für eine schwere Sünde gleichzeitig erfüllt sein müssen — schwerwiegende Materie, volles Bewusstsein, bedachte Zustimmung (KKK 1857) —, und zwei davon kann niemand von außen beurteilen.
Was dabei nicht passiert
- Niemand schimpft. Der Priester sitzt dort nicht als Richter, sondern weil jemand kommt.
- Nichts wird weitergegeben. Das Beichtgeheimnis kennt keine Ausnahme, auch nicht vor Gericht (can. 983).
- Es wird nichts aufgeschrieben. Es gibt keine Akte.
- Du wirst nicht ausgefragt. Fragen dienen der Klärung, nicht der Neugier. Du darfst auch sagen, dass du darüber nicht sprechen möchtest.
Danach
Verrichte die Buße bald. Vergisst du sie, ist die Beichte darum nicht ungültig — hol sie nach.
Und dann hör auf zu suchen. Wer nach der Beichte weiterprüft, ob auch wirklich alles dran war, hat den Punkt der Sache verfehlt. Fällt dir später etwas Schweres ein, nimmst du es beim nächsten Mal mit; das genügt (KKK 1456).
Wenn dieses Weitersuchen regelmäßig passiert und Angst macht, ist das Skrupulosität und nicht Sorgfalt. Sprich den Beichtvater darauf an — er kennt das, und es gibt einen Weg heraus.