Der Text
Seele Christi, heilige mich.
Leib Christi, rette mich.
Blut Christi, tränke mich.
Wasser der Seite Christi, wasche mich.
Leiden Christi, stärke mich.
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O guter Jesus, erhöre mich.
Birg in deinen Wunden mich.
Von dir lass nimmer scheiden mich.
Vor dem bösen Feind beschütze mich.
In meiner Todesstunde rufe mich.
Und heiße mich kommen zu dir,
auf dass ich mit deinen Heiligen dich lobe
in alle Ewigkeit. Amen.
Lateinisch
Anima Christi, sanctifica me.
Corpus Christi, salva me.
Sanguis Christi, inebria me.
Aqua lateris Christi, lava me.
Passio Christi, conforta me.
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O bone Iesu, exaudi me.
Intra tua vulnera absconde me.
Ne permittas me separari a te.
Ab hoste maligno defende me.
In hora mortis meae voca me.
Et iube me venire ad te,
ut cum Sanctis tuis laudem te
in saecula saeculorum. Amen.
Woher es kommt
Das Gebet ist im frühen 14. Jahrhundert bezeugt, also gut zweihundert Jahre vor Ignatius. Es findet sich in Handschriften und Missalien dieser Zeit, unter anderem im Umfeld von Avignon, und war im Spätmittelalter als Gebet nach der Wandlung und nach der Kommunion weit verbreitet.
Dass es heute als „Gebet des heiligen Ignatius" gilt, liegt daran, dass er es in den Geistlichen Übungen mehrfach nennt und spätere Ausgaben es dem Text voranstellen. Ignatius selbst setzt es voraus, als etwas, das jeder kennt — er erklärt es nirgends.
Wie es gebaut ist
Elf kurze Bitten, jede nach demselben Muster: etwas von Christus – tu etwas an mir. Seele, Leib, Blut, Wasser, Leiden. Es ist eine Aufzählung dessen, was in der Passion gegeben wurde, und jede Zeile beantwortet sie mit einer Bitte um Aneignung.
Der zweite Teil wechselt die Richtung: von „heilige mich, rette mich" zu „lass mich nicht von dir scheiden" — vom Empfangen zum Bleiben. Der Schluss schaut auf die Todesstunde und darüber hinaus.
Das ist der Grund, warum es sich zur Danksagung nach der Kommunion so gut eignet: Es sagt genau das, was in dem Moment zu sagen ist, und es sagt es in wenigen Zeilen.
Wann man es betet
- Nach der heiligen Kommunion, als stille Danksagung. Der häufigste Ort.
- Am Ende einer Betrachtung, wie Ignatius es in den Exerzitien vorsieht.
- Am Ende des Abendgebets, nach dem Examen.
- In Krankheit und Angst. Die letzten Zeilen sind für diese Lage geschrieben.
Wer es auswendig kann, hat ein Gebet für Situationen, in denen einem keine eigenen Worte einfallen. Das ist der praktische Wert alter Gebete: Sie tragen, wenn man selbst nichts hat.