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Welche Examen-App passt zu mir?

Michael Porwol · Zuletzt geprüft: 2026-08-27 · Lesezeit 4 Min.

Kurz gesagt

Es gibt keine beste Examen-App, sondern drei verschiedene Ansätze. „einfach beten!" (Jesuiten Zentraleuropa, kostenlos) führt dich per Audio durch das Gebet, mit einem wöchentlichen Examen am Samstag. Hallow ist eine große Gebets-Bibliothek mit Examen als einem Angebot unter vielen. Lumen ist auf das tägliche Examen spezialisiert und schreibt mit, verschlüsselt auf dem Gerät. Wer hören will, nimmt die erste; wer Breite will, die zweite; wer den eigenen Weg über Monate sehen will, die dritte.

Drei Ansätze, nicht drei Ränge

Wer nach einer Examen-App sucht, sucht meistens etwas Genaueres, als er beim ersten Mal sagen kann. Es lohnt sich, vorher eine Frage zu klären: Willst du geführt werden, willst du Auswahl, oder willst du deinen Weg sehen?

Wenn du geführt werden willst: „einfach beten!"

Herausgegeben von den Jesuiten in Zentraleuropa gemeinsam mit dem Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes, hervorgegangen aus dem gleichnamigen Podcast (Ostern 2023) nach dem Vorbild des britischen Pray as you go. Kostenlos und werbefrei.

Der Kern sind Audiofolgen von zehn bis fünfzehn Minuten mit Musik, Tagesevangelium und geführten Fragen. Samstags tritt an die Stelle des Tagesevangeliums ein Wochenrückblick – das Examen. In der App gibt es dazu ein persönliches Gebetstagebuch und einen Bereich, der die Tagesrückblicke bündelt.

Passt zu dir, wenn du abends lieber hörst als liest, wenn du Struktur von außen brauchst und wenn dir eine wöchentliche Rückschau genügt.

Wenn du Auswahl willst: Hallow

Die größte katholische Gebets-App, aus den USA, mit deutscher Oberfläche. Rosenkranz, Novenen, Bibel in einem Jahr, Schlafgebete, Musik, Fastenzeit-Aktionen, dazu geführte Examen-Meditationen. Zum Ausprobieren gibt es eine Testzeit, danach ein Abo.

Die Stärke ist die Breite: Für fast jede Gebetsform findet sich etwas, oft mit bekannten Sprechern. Der Preis dieser Breite ist, dass das Examen eine Rubrik unter vielen ist und nicht die Mitte.

Passt zu dir, wenn du eine Gebets-Bibliothek suchst und dich von Angeboten gern tragen lässt.

Wenn du deinen Weg sehen willst: Lumen

Lumen macht nur eine Sache: das tägliche Examen, in sieben Schritten, jeden Abend. Statt vorzulesen, hört es zu – du schreibst oder diktierst, und was du schreibst, bleibt.

Daraus entsteht das, was die anderen Ansätze nicht liefern: Muster über Zeit. Nach ein paar Wochen sieht man, welche Situationen immer wieder dieselbe Enge auslösen und woran es regelmäßig hakt. Genau daraus baut Lumen die Vorbereitung auf die Beichte – nicht aus einer Liste von Einzelfällen, sondern aus der Wurzel darunter.

Dazu kommen die weiterführenden ignatianischen Inhalte: die Regeln zur Unterscheidung der Geister, Exerzitien im Alltag, „Die Wahl" nach EB 169–189 und das besondere Examen.

Passt zu dir, wenn du täglich betest, dich über Monate begleiten lassen willst und Wert darauf legst, dass deine Aufzeichnungen dir gehören.


Die Frage, die vor den Funktionen kommt

Ein Examen ist kein Podcast-Abo. Wer es ehrlich betet, schreibt Dinge auf, die er sonst niemandem sagt. Bevor du irgendwo anfängst zu schreiben, klär drei Punkte:

Bei Lumen ist die Antwort: alles AES-256-verschlüsselt auf deinem Gerät, kein Konto nötig, keine Auswertung deines Gebetslebens. Die Wolken-Sicherung ist zuschaltbar und ebenfalls verschlüsselt – wir können sie nicht lesen. Deine Texte werden nie von KI verarbeitet; die optionalen Vorlese-Stimmen des Tagesevangeliums sind synthetisch, und das steht auch so in der App.

Bei den anderen Anbietern steht die Antwort in deren Datenschutzerklärung. Sie zu lesen ist eine Viertelstunde gut investiert.

Ergänzen statt ersetzen

Diese Apps schließen einander nicht aus. Viele hören morgens eine geführte Folge und beten abends das Examen selbst. Das eine bringt Nahrung, das andere Selbsterkenntnis.

Und keine von ihnen ersetzt, was nur Menschen tun: die Beichte, die geistliche Begleitung, die Gemeinde. Eine gute App führt dorthin – sie hält niemanden fest.


Stand: August 2026. Funktionsumfang und Preise der genannten Apps ändern sich; die Angaben zu fremden Anbietern beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und deren eigenen Angaben. Lumen wird von Michael Porwol herausgegeben, dem Autor dieser Seite – dieser Vergleich ist damit nicht neutral, aber er soll fair sein.

Häufige Fragen

Gibt es eine kostenlose Examen-App?

Ja. „einfach beten!" der Jesuiten Zentraleuropa und des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes ist kostenlos und werbefrei. Lumen ist in den Grundfunktionen kostenlos, mit einem optionalen Abo für die weiterführenden Inhalte. Hallow arbeitet mit einer Probezeit und danach mit einem Abo.

Brauche ich überhaupt eine App fürs Examen?

Nein. Ignatius kam ohne aus, und fünf Minuten Stille reichen. Eine App hilft bei zwei Dingen: an das Gebet zu denken und über Wochen zu sehen, was sich wiederholt. Wenn du beides ohne schaffst, brauchst du keine.

Was ist mit meinen Aufzeichnungen?

Das ist die Frage, die vor allen Funktionen kommt. Wer geistliche Notizen in eine App schreibt, sollte wissen, wo sie liegen und wer sie lesen kann. Bei Lumen liegen sie AES-256-verschlüsselt auf dem Gerät; die Wolken-Sicherung ist zuschaltbar und ebenfalls verschlüsselt, wir können sie nicht lesen. Bei Anbietern mit Konto und Cloud-Profil ist das anders geregelt – lies dort die Datenschutzerklärung, bevor du anfängst zu schreiben.

Kann eine App die Beichte oder die geistliche Begleitung ersetzen?

Nein, und keine seriöse App behauptet das. Sie kann vorbereiten und erinnern. Das Sakrament spendet ein Priester, und Begleitung leistet ein Mensch.

Quellen

Das Examen jeden Abend – geführt

Lumen führt dich in sieben Schritten durch das Examen, erkennt wiederkehrende Muster und bereitet daraus deine Beichte vor. Deine Aufzeichnungen bleiben verschlüsselt auf deinem Gerät.

Lumen im App Store laden Grundfunktionen kostenlos · verschlüsselt auf deinem Gerät · deine Texte werden nie von KI verarbeitet